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Chatbot, Workflow oder Agent:
Was braucht Ihr Betrieb?

Drei Begriffe, die in Angeboten und auf Messen wild durcheinandergehen. Dabei beschreiben sie drei recht verschiedene Dinge, mit unterschiedlichem Aufwand und Risiko. Ein Überblick mit Beispielen aus dem Mittelstand.

Von Tim JungeblutOktober 20265 Min. Lesezeit
3 Stufen

Die meisten Geschäftsführer, mit denen wir sprechen, wollen keinen Chatbot und keinen Agenten. Sie wollen, dass ein bestimmter Ablauf schneller und zuverlässiger läuft. Welche Technik dafür passt, ist die zweite Frage. Damit Sie diese Frage einordnen können, hilft es, drei Stufen zu unterscheiden.

Stufe 1: der Chatbot

Ein Chatbot beantwortet Fragen. Sie tippen etwas ein, er antwortet. Interessant wird das für Betriebe, wenn er auf Ihren eigenen Unterlagen arbeitet statt auf allgemeinem Internetwissen.

Beispiel: Ein Maschinenbauer hat über die Jahre Hunderte Seiten an Betriebsanleitungen, Wartungsplänen und Servicenotizen angesammelt. Ein Wissens-Chat auf diesen Handbüchern beantwortet dem Servicetechniker die Frage, welches Drehmoment an Baugruppe X gilt oder wie ein bestimmter Fehlercode zu deuten ist, und nennt die Fundstelle dazu. Der Techniker liest nach und entscheidet selbst.

Der Chatbot handelt nicht. Er verändert keine Daten und schickt nichts ab. Das macht ihn vergleichsweise risikoarm. Die wichtigste Regel: Er muss zeigen, woher die Antwort kommt, damit niemand einer erfundenen Angabe vertraut.

Stufe 2: der Workflow

Ein Workflow ist ein fester Ablauf mit klaren Schritten, in dem KI einzelne Aufgaben übernimmt: lesen, zuordnen, prüfen, einen Entwurf schreiben. Der Ablauf selbst ist vorher festgelegt. Die KI entscheidet nicht, was als Nächstes passiert.

Beispiel: Eingangsrechnungen in einem Großhandel. Die Rechnung kommt per Mail, der Workflow liest Lieferant, Positionen und Beträge aus, gleicht sie mit Bestellung und Wareneingang im ERP ab und schreibt das Ergebnis in eine Prüfliste in Excel. Stimmt alles, markiert er die Rechnung als prüfbereit. Weicht etwas ab, etwa eine Menge oder ein Preis, landet sie mit Hinweis bei der Buchhaltung. Gebucht und bezahlt wird erst nach Freigabe durch einen Menschen.

Workflows sind in vielen Betrieben der Bereich, in dem sich KI am deutlichsten rechnet, weil sie an häufigen, gleichförmigen Vorgängen ansetzen. Mehr dazu auf unserer Seite zu KI-Anwendungen.

Stufe 3: der Agent

Ein Agent bekommt ein Ziel statt einer festen Schrittfolge. Er entscheidet innerhalb vorgegebener Grenzen selbst, welche Werkzeuge er nutzt und in welcher Reihenfolge er vorgeht: suchen, lesen, vergleichen, zusammenfassen. Das macht ihn vielseitiger und gleichzeitig schwerer vorherzusagen.

Beispiel: Ein Lead-Agent für einen Zulieferer in der Fertigung. Er sucht nach festen Kriterien passende Unternehmen, etwa Branche, Region und Größe, prüft die Angaben auf deren Websites und liefert jeden Montag sechs bis acht geprüfte Firmen mit kurzer Begründung und einem Entwurf für die erste Nachricht. Versendet wird nur, was der Vertrieb vorher freigegeben hat.

Wie wir Agenten aufsetzen und betreiben, beschreiben wir auf der Seite zu KI-Agenten.

Die drei Stufen im Vergleich

ChatbotWorkflowAgent
Was es tutBeantwortet Fragen auf Basis von UnterlagenErledigt einen festen Ablauf, KI übernimmt einzelne SchritteVerfolgt ein Ziel und wählt die Schritte selbst
BeispielWissens-Chat auf eigenen HandbüchernRechnungsprüfung mit Abgleich in ERP und ExcelWöchentliche Liste geprüfter Firmen mit Nachrichtenentwurf
AufwandGering bis mittel, hängt an der Qualität der UnterlagenMittel, Anbindung an Ihre Systeme nötigMittel, viel Arbeit steckt in Regeln und Grenzen
Wann sinnvollViel verteiltes Wissen, häufige RückfragenHäufige, gleichförmige Vorgänge mit klaren RegelnRechercheaufgaben, bei denen der Weg jedes Mal etwas anders ist
RisikoFalsche Antworten, wenn Quellen fehlenFehler wiederholen sich, wenn Regeln falsch sindUnerwartetes Verhalten, wenn Grenzen zu weit sind

Warum die Freigabe beim Menschen bleibt

Je mehr ein System selbst tut, desto wichtiger wird die Stelle, an der ein Mensch draufschaut. Beim Chatbot ist das der Leser der Antwort. Beim Workflow ist es die Freigabe vor der Buchung oder dem Versand. Beim Agenten ist es die Freigabe vor jeder Handlung nach außen.

Mit Misstrauen gegenüber der Technik hat das wenig zu tun. Auch einen neuen Mitarbeiter lassen Sie in den ersten Wochen keine Angebote ohne Gegenlesen verschicken. Mit der Zeit sehen Sie, wo das System zuverlässig ist, und können Freigaben dort vereinfachen, wo es sich bewährt hat.

So finden Sie die passende Stufe

  • Geht es vor allem um Fragen und Nachschlagen? Dann Chatbot.
  • Läuft der Vorgang jedes Mal nach demselben Muster? Dann Workflow.
  • Ist das Ziel klar, aber der Weg jedes Mal anders? Dann Agent.
  • Wird etwas nach außen geschickt, gebucht oder bezahlt? Dann Freigabe durch einen Menschen fest einplanen.
  • Unsicher? Mit dem einfachsten Ansatz beginnen, der das Problem löst.

Was es kostet

Bei uns beginnt ein KI-Agent ab 990 € einmalig. Die Umsetzung eines Workflows oder Wissens-Chats liegt ab 1.500 € je Anwendungsfall, jeweils zum Festpreis. Wer den laufenden Betrieb und die Pflege nicht selbst übernehmen möchte, bekommt das ab 250 € im Monat. Was Ihr konkreter Fall kostet, hängt vor allem davon ab, welche Systeme angebunden werden und wie sauber die Daten sind. Das klären wir vor Projektbeginn und nennen dann einen festen Preis.

?Häufige Fragen

Zu Chatbot, Workflow und Agent.

Ist ein Agent immer besser als ein Workflow?

Nein. Wenn ein Vorgang jedes Mal gleich abläuft, ist ein Workflow verlässlicher und leichter zu prüfen. Ein Agent lohnt sich dort, wo der Weg zum Ergebnis von Fall zu Fall verschieden ist.

Können wir mit einem Chatbot anfangen und später erweitern?

Ja. Die Unterlagen, die Sie für einen Wissens-Chat aufbereiten, helfen später auch Workflows und Agenten. Wichtig ist nur, dass der erste Schritt schon einen echten Nutzen bringt.

Handelt ein Agent ohne unser Wissen?

Nicht bei uns. Wir legen fest, was ein Agent darf und was nicht. Alles, was nach außen geht, etwa eine Nachricht an einen Interessenten, wartet auf Ihre Freigabe.

Brauchen wir dafür neue Software?

Meist nicht. Wir binden die Lösungen an Systeme an, die Sie schon nutzen, etwa Outlook, Excel, Ihr ERP oder CRM.

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  2. Wir zeigen, was KI daraus macht,an einem echten Beispiel, nicht an Folien.
  3. Sie bekommen eine ehrliche Empfehlungmit Aufwand und Festpreis-Rahmen. Rechnet es sich nicht, sagen wir das.

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